Red Dot und Schweizer Präzision: Wie Design zum Vorteil wird

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  • Designpreise
  • Schweizer Design
  • Markenidentität

Die Schweiz ist bekannt für Präzision – bei Uhren, im Ingenieurwesen, im öffentlichen Verkehr. Im Branding bedeutet Präzision etwas ganz Bestimmtes: eine klare Strategie, übersetzt in ein Designsystem, das über alle Kontaktpunkte hinweg bis ins kleinste Detail konsistent funktioniert. Designwettbewerbe gehören zu den wenigen Orten, an denen diese Art von Qualität für Aussenstehende sichtbar wird. Unter ihnen ist der Red Dot Award einer der weltweit bekanntesten.

Dieser Artikel erklärt, wofür der Red Dot steht, wie juriert wird, was die jüngsten Red-Dot-Auszeichnungen einer Zürcher Agentur über Schweizer Markendesign zeigen – und was Unternehmen daraus für die Wahl eines Partners mitnehmen können. Wenn Sie einen suchen, finden Sie in unserem Verzeichnis Branding-Agenturen in der Schweiz, geordnet nach Städten.

Wofür der Red Dot steht

Der Red Dot Award wird vom Design Zentrum Nordrhein Westfalen in Essen, Deutschland, ausgerichtet. Seine Wurzeln reichen bis 1954 zurück, als in Essen das Haus Industrieform gegründet wurde, um gutes Industriedesign zu fördern. Das markante Label mit dem roten Punkt wurde in den 1990er-Jahren unter Peter Zec eingeführt, der die Organisation seit 1991 leitet.

Heute ist die Auszeichnung in drei Wettbewerbe gegliedert, die jährlich stattfinden:

  • Product Design – für physische Produkte, von Möbeln bis zu Fahrzeugen.
  • Brands & Communication Design – für Corporate Identities, Markendesign, Kommunikation, digitale Arbeiten und Kommunikation im Raum. Dies ist der für Branding-Agenturen relevanteste Wettbewerb.
  • Design Concept – für Konzepte und Prototypen, die noch nicht auf dem Markt sind.

Gewinnerinnen und Gewinner dürfen das Red-Dot-Label in ihrer Kommunikation verwenden. Die Organisation gibt zudem Jahrbücher heraus und betreibt Designmuseen in Essen, Singapur und Xiamen, in denen ausgezeichnete Arbeiten ausgestellt werden. Damit ist die Auszeichnung mehr als ein einmaliges Ereignis: Sie ist ein Archiv dessen, was internationale Jurys zu einem bestimmten Zeitpunkt als gutes Design betrachteten.

Wie der Red Dot Design beurteilt

Die Einreichungen werden von internationalen Jurys aus Designerinnen und Designern, Professoren und Designjournalisten beurteilt, die die Arbeiten persönlich begutachten und diskutieren. Bei Produkten fliessen Aspekte wie Funktion, Ästhetik, Benutzerfreundlichkeit und Verantwortung in die Bewertung ein. In der Kategorie Brands & Communication Design prüfen die Jurys, wie gut Idee und Umsetzung zusammenspielen: Ist das Konzept originell und zielgerichtet, ist das Design klar und überzeugend, und erfüllt das Ergebnis seine kommunikative Aufgabe?

Der Red Dot verlangt von den Teilnehmenden zudem, ihr Projekt sachlich und ohne Werbesprache zu beschreiben – die Arbeit soll für sich selbst sprechen. Dieses Prinzip sollte sich jeder merken, der eine Marke präsentiert. Unser Artikel darüber, was Branding-Awards sind, erklärt, wie solche Wettbewerbe funktionieren und wie man sie einordnet.

Schweizer Beispiele beim Red Dot

Zwei Projekte von einer Zürcher Branding-Agentur zeigen gut, wie Schweizer Markendesign in solchen Wettbewerben abschneidet.

ESCMID: eine neue Identität für eine medizinische Fachgesellschaft

Die Agentur entwickelte eine neue Markenidentität für die ESCMID, die European Society of Clinical Microbiology and Infectious Diseases. Das Rebranding umfasste eine mehrstufige Dachmarkenstrategie und eine einheitliche Designsprache, welche die vielen Aktivitäten und Unterorganisationen der Gesellschaft verbindet, einschliesslich ihres grossen internationalen Kongresses. Laut der verantwortlichen Agentur erhielt die Arbeit einen Red Dot Award sowie einen Corporate Design Award.

Der Fall ist lehrreich, weil die Marke sehr Unterschiedliches vereinen musste: eine wissenschaftliche Gemeinschaft, eine globale Veranstaltung und die laufende Kommunikation mit Anspruchsgruppen. Branding ist hier Infrastruktur, nicht Dekoration – es hilft Mitgliedern, Partnern und der Öffentlichkeit, sich in einer komplexen Organisation zurechtzufinden.

Red Dot 2017: Gottardo 2016

Schon früher war dieselbe Agentur an Gottardo 2016 beteiligt, der SBB-Ausstellung zur Eröffnung des Gotthard-Basistunnels. Die Agentur war für die redaktionelle Arbeit verantwortlich und arbeitete mit Partnern an der Ausstellung, die 2017 einen Red Dot sowie weitere Auszeichnungen erhielt. Grosse Ausstellungen wie diese sind Markenerlebnisse im Raum: Inhalt, Gestaltung und Besucherführung müssen als Einheit funktionieren.

Diese Projekte stehen neben vielen weiteren preisgekrönten Arbeiten anderer Agenturen in der Schweiz. Sie zeigen ein für Schweizer Markendesign typisches Muster: komplexe Organisationen, die auf hohes Vertrauen angewiesen sind – in Wissenschaft, Infrastruktur, Finanzwesen –, bei denen Klarheit und Benutzerfreundlichkeit strategische Anforderungen sind. Ein weiteres Beispiel aus der Welt der Wissenschaft ist unser Artikel über die Marke der ETH Zürich.

Warum Auszeichnungen wie der Red Dot über das Prestige hinaus zählen

  • Qualitätsnachweis. Eine unabhängige Jury hat die Arbeit beurteilt. Für Kundinnen und Kunden ist das ein nützliches Signal – besonders in Branchen, in denen Käufer auf Expertenurteile angewiesen sind.
  • Stimmigkeit von Strategie und Design. Branding-Awards belohnen tendenziell Identitäten, deren Design klar eine strategische Idee ausdrückt, nicht bloss attraktive Visuals.
  • Erfahrung im grossen Massstab. Projekte wie Kongresse oder nationale Ausstellungen verlangen Koordination über Orte, Medien und Teams hinweg. Wer mit solchen Arbeiten gewinnt, zeigt, dass er eine Marke auch dann klar halten kann, wenn das System wächst.
  • Sichtbarkeit. Jahrbücher, Ausstellungen und Online-Archive verlängern die Sichtbarkeit der Gewinner über den Abend der Preisverleihung hinaus.
  • Talente. Auszeichnungen helfen Agenturen, Designerinnen und Designer anzuziehen, die an anspruchsvollen Projekten arbeiten wollen – was wiederum der Kundschaft zugutekommt.

Die Grenzen von Auszeichnungen

Auszeichnungen sind ein Signal, keine Garantie. Wettbewerbe erfordern Teilnahmegebühren und Aufwand, weshalb viele gute Agenturen – besonders kleinere – nicht regelmässig teilnehmen. Zudem beurteilt eine Auszeichnung die Designqualität zu einem bestimmten Zeitpunkt; über den Prozess der Agentur, ihren Service oder die langfristige geschäftliche Wirkung der Marke sagt sie weniger aus. Nutzen Sie Auszeichnungen als ein Kriterium unter mehreren, zusammen mit Referenzen, Prozess und persönlicher Passung. Unsere FAQ erklärt, woran man eine gute Branding-Agentur erkennt.

Was Schweizer Präzision im Markendesign bedeutet

Was preisgekrönte Schweizer Markenarbeiten verbindet, ist eine bestimmte Arbeitsweise:

  1. Strategie zuerst. Designentscheide werden aus einer klaren Positionierung abgeleitet – siehe Ihre Markenidentität definieren.
  2. Systeme statt Einzelstücke. Ein Logo ist ein Element; die eigentliche Arbeit ist ein System aus Typografie, Farbe, Raster, Bildwelt und Regeln, das überall funktioniert. Siehe das visuelle Fundament Ihrer Marke.
  3. Liebe zum Detail. Von der Beschilderung bis zur Folienvorlage schafft Konsistenz Vertrauen.
  4. Benutzerfreundlichkeit. Eine Marke muss für die Menschen funktionieren, die täglich mit ihr arbeiten – Mitarbeitende, Partner, Lieferanten. Deshalb sind gute Markenrichtlinien wichtig.
  5. Mehrsprachige Robustheit. Schweizer Marken müssen in mehreren Sprachen funktionieren, was Klarheit erzwingt. Auch unser Verzeichnis spiegelt das: Branding Schweiz, branding Suisse, branding Svizzera und branding Svizra.

Was Unternehmen bei der Partnerwahl lernen können

  • Achten Sie auf Erfahrung in «harten» Kontexten. Wenn eine Agentur bei wissenschaftlichen Fachgesellschaften, in der Infrastruktur oder in regulierten Branchen erfolgreich war, kann sie in der Regel auch mit komplexen Markenökosystemen umgehen.
  • Fragen Sie nach messbarer Klarheit. Wie prüft die Agentur, ob eine Marke verstanden, korrekt verwendet und als vertrauenswürdig wahrgenommen wird? Unser Artikel über die messbare Wirkung von gutem Branding und unsere FAQ dazu, wie man misst, ob Branding wirkt, liefern praktische Ansätze.
  • Denken Sie über das Logo hinaus. Veranstaltungen, Leitsysteme, digitale Vorlagen und Publikationen können alle die Marke tragen. Fragen Sie, wie die Agentur für Ihre tatsächlichen Kontaktpunkte gestalten würde.

Designorientierte Agenturen finden Sie im ganzen Land, zum Beispiel in Zürich, Basel, Bern und Genf.

Fazit

Der Red Dot Award verbindet eine lange Tradition mit einer strengen, zeitgemässen Jurierung. Schweizer Auszeichnungen – etwa die Identität der ESCMID und die Ausstellung Gottardo 2016 – zeigen, wie Präzision in Strategie und Handwerk Identitäten hervorbringt, die nicht nur richtig aussehen, sondern auch in den komplexen Umfeldern funktionieren, in denen Marken tatsächlich leben. Unser Grundlagenartikel über Schweizer Branding erklärt, wie diese Präzision mit dem Ruf der Schweiz zusammenhängt.

Suchen Sie einen Partner mit dieser Art von Gründlichkeit? Senden Sie uns Ihr Projekt, und wir leiten es an bis zu drei passende Branding-Agenturen in der Schweiz weiter. Agenturen können sich kostenlos eintragen.

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